Ihr Track „Mosaik“ ist direkt viral gegangen, auf Spotify hat er mittlerweile über 24 Millionen Aufrufe. Hätten Sie mit so einem Erfolg gerechnet?

Kid Kapri: Das ist ganz surreal gewesen, ich habe zuerst gar nicht verstanden, was abgeht. Zu der Zeit bin ich noch ganz neu in der Musik gewesen. „Mosaik“ ist erst der fünfte Song, den ich in meinem Leben geschrieben habe.

Man findet Ihren bürgerlichen Namen nicht online. Ist der ein Geheimnis?

Keiner muss unbedingt meinen echten Namen kennen. Ich habe auch auf meinem privaten Instagram-Account den Nachnamen entfernt.

Wie kam die Zusammenarbeit mit Florida Juicy zustande?

Mein großer Bruder kennt Florida Juicy schon seit Jahren. Schon in meinem Alter haben sie Tracks zusammen gemacht, nur für sich. Irgendwann habe auch ich mit Freunden einen Song produziert. Als ich ihn Florida Juicy gezeigt habe, hat er vorgeschlagen, mal professionell einen Song aufzunehmen.

Welche Interpreten haben Einfluss auf Ihre Songs?

In meiner Playlist findet man eigentlich nur Hip-Hop und Rap. Zum Beispiel Lil Baby, Gunna, eine Zeit lang habe ich sehr viel XXXTentacion gehört. Er hat mir durch verschiedene Zeiten geholfen. Es kommen auch Leute wie ASAP Rocky, Kendrick Lamar, J. Cole und Cro dazu. Früher hat mir meine Schwester viel Musik gezeigt, auf ihrem pinken iPod-Nano.

Sie haben erst im letzten Jahr Ihren Schulabschluss gemacht. Wie viel Platz nimmt die Musik in Ihrem Leben ein?

Ich mache Musik vollberuflich, habe mittlerweile eine Wohnung in Berlin. Trotzdem überlege ich, nebenbei noch ein Studium anzufangen, vielleicht im Designbereich. Aber jetzt gerade ist Musik das Hauptthema.

Wie entstehen Ihre Songs?

Musik ist für mich auch eine Art von Therapie. Wenn es mir nicht so gut geht, dann schreibe ich das auf, was mich gerade beschäftigt. Und verpacke das für eine breite Masse. Oder wenn ich mit meinen Jungs draußen bin – da kommen dann die Ideen.

Der Song 357 handelt vom Aufwachsen in Bremen. Wo genau sind Sie groß geworden?

Ich bin in Horn geboren, in der 357. Bis ich drei Jahre alt war, habe ich dort auch gelebt. Zwischendurch sind wir in ein Dorf bei Hannover gezogen, zur fünften Klasse aber wieder zurückgezogen. In Horn habe ich meine Jugend verbracht, dort habe ich meine Freunde, meine Familie.

Wie wichtig sind Ihre Freunde in Horn?

Sehr sehr wichtig. Das merke ich gerade jetzt, wo sich die Wege trennen. Ein Freund ist für das Studium nach Hamburg gezogen, andere wollen ins Ausland. Wir sind trotzdem im engen Kontakt, aber wir sehen uns weniger.